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EIN GUTES STATIV – WERKZEUG FÜR SCHARFE FOTOS

Ein stabiles und gut verstellbares Stativ ist die Grundlage einer bequemen, entspannten und gefahrenlosen Landschaftsfotografie.

Das Stativ ist sozusagen unser verlängerter Arm beim Halten der Kamera on Location. Wenn wir beim Fotografieren Belichtungszeiten erreichen, die ein ruhiges und verwackelungsfreies Arbeiten aus der Hand heraus nicht mehr möglich machen, lagern wir die Kamera auf das Stativ aus.

Wenn wir die Kamera nicht mehr ruhig halten können, erwarten wir, dass es Stativ macht.

Es reicht jedoch nicht, sich irgend ein Dreibein zu kaufen. Eine teure Kamera, gut, das brauche ich, ein scharfes Objektiv, ok das lege ich mir auch zu. Doch warum sollte ein Stativ teuer sein, schließlich hat es nur drei Beine.  Doch es gehört viel mehr dazu, dass die Kamera still und stabil steht.

Stative gibt es in einer fast unüberschaubaren Vielzahl. Welches ist nun das Richtige für mich? Fangen wir mit dem Material an.

DAS MATERIAL

Ich persönlich habe mich, nachdem ich im laufe der letzten Jahre einige Stative in der Hand hielt, für Karbon entschieden. Kohlefaser hat einige Vorteile, sie ist leichter als Metal und Holz und ist dabei jedoch sehr stabil. Die Kohlefaser ist ziemlich Salzwasserresistent. Ein Nachteil ist der höhere Preis gegenüber Aluminium. Stative aus Karbon schwingen relativ schnell aus, das bedeutet, dass durch das Berühren des Statives mit der Hand oder durch Wind Bewegungen schnell wieder abklingen. Aluminiumstative sind eher empfindlich bei Einsatz im Meer und dazu auch schwerer.

VERSTELLMÖGLICHKEITEN

Ein gutes Stativ sollte unbedingt gut verstellbare Abspreizwinkel der Beine haben. Der Untergrund auf dem wir das Stativ aufstellen ist nicht immer gerade, oft sind Felsen im Weg.

Da helfen die verstellbaren Beinwinkel enorm, sicheren Halt auch bei dem unwägbarsten Gelände zu bekommen. Für niedrige Aufnahmepositionen ist es wichtig, dass sich die Beine auch um 90° Grad abwinkeln lassen. So kann ein Stativbein auch mal auf einer Mauer Halt finden. Ist es extrem windig, kann dadurch das Stativ flacher aufgestellt werden und bietet damit mehr Stabilität.

Bei den Verstelleinrichtungen an den Beinen bin ich ein Freund von Schraubverschlüssen, aus mehreren Gründen.

Zum Einen habe ich festgestellt, dass in den Klemmverschlüssen gerne Sand hängen bleibt, diese dann schwergängig werden und die Beine des Statives schnell zerkratzen. Sie sind schwer zu reinigen und zu zerlegen.

Die Pflege der Schraubverschlüsse geht einfacher von der Hand, ein Zerlegen ist oft und einfach möglich. Ein paar Tropfen Balisol in die Gewindegänge der Verschraubungen verdrängt Wasser und hält sie leichtgängig.

Die Anzahl der Beinsegmente beeinflusst oft die Stabilität. Ich bevorzuge 3 Beinsegmente, da  hierbei die Durchmesser der untersten Segmente wesentlich größer sind und das unterste Bein damit stabiler wird. Zwei Verschraubungen pro Bein sind schneller geöffnet als drei. Damit wird ein solches Stativ natürlich im zusammengeklappten Zustand länger werden und etwas unhandlicher beim Transport im Koffer.

BRAUCHT MAN NUN EINE MITTELSÄULE ?

Meine Antwort drauf lautet, ich habe sie noch nicht vermisst.

Welche Nachteile ergeben sich aus einem Stativ mit Mittelsäule?

Es wird schwerer dadurch. Es wird bei der Verwendung der Mittelsäule instabiler und empfindlicher gegen Wind, die Kamera neigt dazu, mehr zu wackeln und es dauert länger, bis die Bewegungen wieder abklingen. Will ich bodennah arbeiten, stößt die Mittelsäule am Boden an. Persönlich reicht mir ein Stativ, dass ausgezogen etwas niedriger als meine Körpergröße ist.

Ich schaue sehr oft durch den Sucher und da auf das Stativ ja noch der Kugelkopf nebst Kamera kommt, reicht mit eine Stativhöhe von ungefähr 160cm. Damit erübrigt sich eine Mittelsäule.

SPIKES ODER GUMMIFÜßE ?

Wenn ich am Meer unterwegs bin, drücke ich mein Stativ oft tief und fest in den Sand, damit es nicht allzusehr absackt. Spikes ermöglichen ein tiefes Eindringen in Sand oder Schnee, geben auf Eis Halt und selbst an nassen und rutschigen Felsen krallen sich die Spitzen fest und rutschen kaum weg. Bei den Füßen gehen die Meinungen auseinander, ich bevorzuge Spikes.

KOSTEN

Es gibt gute Stative für fast jedes Budget. Doch jeder Geldbeutel ist unterschiedlich voll.

Sicher kann ein hochwertiges Dreibein schnell einen vierstelligen Betrag erreichen, das muss es aber nicht. Ich möchte keine Marken hervorheben, aber Kostenbeispiele nennen.

Gitzo baut Stative fürs Leben. Präzision, Stabiliät und Langlebigkeit bekommt der Käufer für Preise zwischen 500,- bis über 1000,- geliefert.

Es geht auch günstiger. Feisol bedient mit seinen Karbonstativen die Preisrange unterhalb der 500,- Klasse, gute Dreibeine  bekommt der Käufer zwischen 350,- bis 500,-. Persönlich habe ich die Erfahrung gemacht, dass die Verklebung der Beine an der Basis keine extremen Minustemperaturen lange aushält.

Benro bietet ebenfalls gutes Material in der Preisklasse zwischen 300,- und 400,- an.

Giottos bietet die Kameraständer im Bereich von 200,- bis 350,- an. Eine in meinen Augen interessante Serie mit Drehverschlüssen gibt es leider nicht in Deustschand zu kaufen.

Liebhaber der Holzstative bekommen bei Berlebach eine große Auswahl an stabilen Stativen.

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Ich möchte jedem auf der Suche nach einem stabilen Stativ für Landschaftsfotografie raten, lieber etwas länger zu sparen und DAS Stativ zu kaufen. Für einen ernsthaften Einsatz in der Natur sind Alustative im zweistelligen Eurobereich eine Fehlinvestition!

Das Gewicht und die Größe im zusammengebauten Zustand sind immer wieder Argumente, welche bei der Kaufentscheidung Ausschlag gebend sind. Das muss jeder für sich selbst entscheiden. Der Eine geht viel Wandern und will keine drei Kilo extra am Rucksack haben, der Andere fährt mit dem Auto zu den Locations und Gewicht sowie Größe sind ihm egal.

FAZIT

Ein gutes und stabiles Stativ kostet Geld!  Es ist es aber wert.

Wert, weil Ihr mit scharfen Fotos nach Hause kommt, weil Ihr keine Angst haben müsst, die teure Kamera und das neue Objektiv im Meer zu versenken, Ihr müsst nicht zusehen, wenn beim Umkippen in das Hochformat die Ausrüstung umfällt und an den Felsen zerschellt.

Ich hoffe, Ihr findet Euer Stativ für´s Leben und habt damit viele ergiebige Fototrips.

Raik