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NASHÖRNER IN ESWATINI

White Rhino, Eswatini, Breitmaulnashorn

Nashörner sind für mich (Raik) die beeindruckendsten Tiere Afrikas. Sie sind massig, wirken majestätisch und doch irgendwie auch urzeitlich.

Sie bringen bis zu 3,5t auf die Waage und können mit einem Speed von bis zu 50km/h attackieren. 

Die Zahl der verbleibenden Nashörner in Afrika sinkt, trotz der intensiven Schutzmaßnahmen, von (Stand 2012) 22000 Tieren auf im Jahr 2025 geschätzten 16000.

Im Jahr 2025 wurden in Südafrika, wo gute 60% aller Nashörner Afrikas leben, 420 Nashörner getötet. Das sind mehr als ein Tier pro Tag!

White Rhino Südafrika
White Rhinos – Südafrika 2023

Um so mehr ist für mich das Erleben der Tiere in freier Wildbahn bei jeder Sichtung ein besonderes, ergreifendes Geschenk. Erst recht, wenn die Rhinos nicht vom Dehorning betroffen sind. Frisch sind noch meine Eindrücke der vergangenen Tage in Eswatini. Wieder hat es mich für meinen privaten Urlaub nach Südafrika und Eswatini getrieben. Ich bekomme nicht genug von Wildlife und Bushfeeling. Es sind keine Urlaube zur körperlichen Erholung, denn die Sonne küsst die Savanne bereits um 05:00 Uhr.

Mein diesjähriger Besuch der Rhinos hat mich dazu veranlasst, einen winzigen Teil zum Schutz von Nashörnen beitragen zu wollen. Den folgenden Text habe ich bereits 2020 geschrieben. Ich wollte das Geschriebene immer in einem Magazin oder Buch veröffentlichen. Nie hat sich die Gelegenheit dafür ergeben und ich möchte es heute mit euch teilen.

Am Ende des Textes habe ich eine kleine Versteigerung initiiert. Das Geld daraus soll in ein Schutzprojekt für Rhinos gehen.

White Rhino, Eswatini, Breitmaulnashorn
White Rhino – Eswatini 2025

DIE LEISEN GIGANTEN

Wenn du diesen Artikel liest, kann es sein, dass alle Menschen wieder ungehindert Reisen können. Im Moment des Schreibens allerdings beherrscht die Corona Pandemie die Welt und das Reisen ist ausgesetzt. Um so mehr bin ich tief dankbar, die letzten Wochen vor der Pandemie noch eine Reise ins südliche Afrika gemacht zu haben.

Soll ich, oder soll ich besser nicht?

Mich beschäftigt das Erlebte in einem Nationalpark in Swaziland sehr, es lässt mich nicht mehr los. Doch auf der einen Schulter sitzt das Engelchen, das mich ermahnt, auf der anderen Schulter das Teufelchen, welches sagt, schreib etwas. Denn die Sichtung von Nashörnern zu teilen ist ein Drahtseilakt. Die Sichtungsbücher und Karten in den Nationalparks Südafrikas lassen das Nashorn immer aus.

Mit Abstand betrachtet sehe ich das nicht mehr ganz so heikel, schließlich werben Lodges, Reservate und Nationalparks mit ihrer hohen Anzahl von Rhinos. Meine Erlebnisse stammen aus dem Hlane Royal National Park Swaziland (Aussprache: Schlane).

Immer wieder, wenn ich im südlichen Afrika unterwegs bin, begleitet mich das Wort Poaching. Im Deutschen bedeutet es Wilderei. Nicht nur Nashörner werden gewildert, ich erfuhr von Wilderei an Geiern durch Vergiften für religiöse Rituale in der Nähe von Pongola, nahe der Grenze zu Swaziland. Das Elfenbein der Elefanten ist auf dem Schwarzmarkt ebenso begehrt, wie die Hörner der Rhinos. Aus diesem Grund werden die Sichtungen von Nashörnern in den Nationalparks nicht öffentlich dokumentiert. Auch die Wilderer rüsten auf. Mit modernster Technik wie Drohnen werden die Tiere von den Profitjägern im Hintergrund aufgespürt.

Gerade währen der Pandemie war es ein großes Problem für die Schutzprojekte; denn keine Reisenden= keine Einnahmen. Fahrzeuge müssen gewartet, bezahlt werden. Die Einheiten von Wildhütern müssen entlohnt werden, Arbeit in der Bevölkerung für ein besseres Verständnis und Achtsamkeit im Umgang mit der heimischen Tierwelt kosten Geld.

Gerade die Vollmondnächte sind für die Anti-Poaching-Einheiten immer wieder anstrengend. Denn in den fast taghellen Nächten passieren mit die meisten Angriffe von Wilderern.

White Rhino Südafrika
White Rhino – Südafrika 2023

Swaziland, seit 2018 offiziell Königreich Eswatini, zählt zu den ärmsten Staaten der Erde, die Anzahl der HIV-Infizierten Menschen ist die höchste der Welt.

Eigentlich war Swaziland nicht ein Hauptreiseziel während meiner Tour durch Südafrika. Es hat sich viel mehr ergeben, dass ich bei der Routenplanung beschloss, den Weg direkt gerade durch Swaziland zu wählen. Er schien kürzer und schneller zu sein, als aus Süden kommend in Richtung Krüger Nationalpark, Swaziland zu umfahren. So stand schnell fest, an einer der Routen befindet sich ein Nationalpark mit Unterkünften, hier werde ich eine Übernachtung einlegen.

Die Unterkünfte sind einfache Rundhütten ohne Strom, beleuchtet wird mit antiquarischen Petroleum-Lampen. Ich schaute recht verwundert, als ich an dem Kühlschrank in der Unterkunft einen Auspuff sah, ja, das gibt es. Ein mit Gas betriebener Kühlschrank, dessen Abgase direkt in die Hütte geleitet werden.

Wie alle Nationalparks im südlichen Afrika sind die Zeiten für eigene Gamedrives (ein Gamedrive ist ein Pirschfahrt) auf die Zeiten des Tageslichts beschränkt. In der Regel darf man aus dem Camp zum Sonnenaufgang und muss gegen 18:00 Uhr bzw. eine halbe Stunde vor Sonnenuntergang im Camp zurück sein. Ausschließlich im Fahrzeug darf man sich aufhalten, ein Aussteigen ist strengstens verboten.

White Rhino Namibia
White Rhino – Namibia 2024

In diesem Nationalpark soll es Löwen, Leoparden, Elefanten und noch viel mehr andere Tiere geben. Also buchten wir hier vor Ort einen Morning Drive. Zum Einen verlassen die geführten Touren das Camp weit vor Sonnenaufgang und zum Zweiten sind die Erfahrung, Routine und Kenntnisse der Spurenleser und Fahrer einfach durch nichts zu ersetzen.

Die Löwensichtung an diesem Morgen exakt zum Sonnenaufgang hat uns glücklich gemacht. Doch es sollte sich noch mehr zeigen.

Einige Kilometer später, im alten Toyota Landcruiser mit hölzernen Armlehnen, und einige Kurven weiter standen einige Breitmaulnashörner im Busch. In der Englischen Sprache werden die Tiere auch als White Rhinos bezeichnet, wobei die Ableitung eher von dem Holländischen wijde lip, bzw. wide lip in alten Tagen versehentlich ins Englische mit white übersetzt wurde. 

Das Breitmaulnashorn hat den Ruf, sich weniger aggressiv, als das Spizmaulnashorn (Black Rhino), zu verhalten.

Einige Tiere grasten, bliesen Sand und ließen sich dabei von Madenhackern säubern. Aus dem Dickicht tauchte eine Mutter mit ihrem Baby auf. In Summe waren nun schon fünf Nashörner zugegen. Zwei Kühe begannen miteinander zu raufen, um danach sich gleich wieder dem Gras auf dem Boden zu widmen. Stille umgab uns, Ehrfurcht und Ungläubigkeit. Doch so richtig Zeit, das ganze zu Realisieren blieb mir in diesem Moment nicht. Ich nahm mir schon Zeit, um das zu Genießen, doch immer wieder wollte ich natürlich auch meine Fotos machen. Das Jungtier kam dem Landcruiser frontal entgegen, schnupperte an der Stoßstange um dann schnaubend rückwärts zu gehen.

Wir standen etwa zwanzig Minuten da; die Zeit einzuschätzen ist fast nicht möglich, deshalb habe ich das eben an den Exif-Daten meiner Fotos nachvollzogen, da waren es sechs Tiere. Alle friedlich, uns zwar wahrnehmend aber doch mit einer Gelassenheit ignorierend, als sich von hinten rechts ein Bulle anschlich. Das war dann die Zeit, als auch den Guide die Unruhe packte und wir das Fahrzeug langsam rückwärts aus der Gruppe fuhren.

Breitmaulnashorn, White Rhino
White Rhino – Eswatini 2020

Erst als wir ein paar Meter von der Gruppe weg waren und auf dem Weg zurück ins Camp, schnellte mir der Gedanke in den Kopf, was ich eben erlebt habe. Bewusst sprach ich still mit mir, Sieben Nashörner, Raik, Sieben um Dich herum. Erst jetzt realisierte ich, was da eben war, Wärme krabbelte meine Rücken rauf und meine Augen wurden nass. 

Im Nachhinein, daheim am PC beim Sichten und Bearbeiten der Bilder, fand ich erst die Details auf der Haut. Die Zeichnung, Narben, Falten, die Form und Struktur des Horns. Fotos sind für mich eine Art großes Schraubglas. Ich kann sie vor Ort füllen und dann, wenn ich Zeit habe und mich erinnern möchte, kann ich mir in aller Ruhe die Sachen ansehen, für die ich on Location zu weit weg war oder Dinge entdecken, die mir schlicht nicht aufgefallen sind.

DIE AUSRÜSTUNG DAFÜR

Oft werde ich gefragt, welche Objektive nun für eine Reise in die Gameparks und die Fotografie von Tieren sinnvoll sind.

Grundsätzlich darf man kaum das Fahrzeug verlassen und ist somit oft im Kompromiss gefangen, aus Position, Entfernung zum Tier und dessen Größe.

Meiner Erfahrung nach sind Brennweiten am Kleinbild von 70-150mm nicht ausreichend.

Die meisten Fotos habe ich jetzt aktuell hier in Südafrika mit meinem Pentax DA 300mm f/4.0 und dem Canon EF 100-400mm f/4.5-5.6L IS USM + Konverter 1.4 gemacht. Das 70-200mm habe ich kaum im Einsatz, ist es doch mit f/2.8 lichtstark.

MEINE IDEE DER SPENDE

Im Jahr 2020 kaufte ich mir in dem Hlane Nationalpark in Eswatini ein Armband.

Ein Teil der Verkaufserlöse geht in das Projekt https://www.stoprhinopoaching.com 

Wer mich kennt weiss, ich habe es Tag und Nacht am Handgelenk. Es ist ein Stück von mir und mein Seelenwunsch ist es, dass die Tiere auch noch in vielen Generationen von Menschen in freier Wildbahn zu sehen sind und nicht getötet; das Horn pulverisiert auf chinesischen Schwarzmärkten landet.

Da es sich nun nach 5 Jahren des Tragens abgenutzt hat und auflöst, war ich glücklich, wieder ein Bush-Strap in Eswatini kaufen zu können.

Und ich habe eins für dich mitgebracht. Diese Teile kann man bei uns in Europa nicht kaufen! 

Mein Wunsch ist, dass du mir nun ein Gebot für dieses Bush-Strap „Stop Rhino Poaching“ per Mail abgibst.

Ich möchte, dass dieses Geld zu 100% in ein Rhino Schutzprojekt deiner Wahl fließt. Die Aktion läuft bis zum 06.01.2026.

Der oder die Höchstbietende wird am Ende von mir informiert und bekommt dann von mir dieses Armband zugeschickt. Zuvor möchte ich, dass du den von dir genannten Betrag auf eines dieser Schutzprojekte überweist und mir die Spendenquittung zusendest.

DIE PROJEKTE

Nashornschutzprojekte gibt es einige. So zum Beispiel:

Bush-Strap Größe L

Es lässt sich in zwei Einstellungen in der Größe variieren. Ich habe dünne Arme und trage Größe M.


Im Mai 2026 werde ich mit einer Gruppe Stammkunden eine Fotoreise nur für die Tierfotografie nach Südafrika und Botswana unternehmen.

Wenn du an dem Thema Interesse hast und selbst einmal diese Majestäten des Tierreichs sehen und Bushfeeling erleben möchtest, melde dich bei uns. Für das Jahr 2027 werde ich dann eine offizielle Fotoreise zusammenstellen.

Ich danke dir für das Lesen und deinen Einsatz für den Schutz der Nashörner,

Raik

MEINE LIEBLINGSFOTOS VON RHINOS

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