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Wildlifefotografie im südlichen Afrika

Seit einigen Jahren hat mich das Virus Afrika infiziert. Es sorgt für eine anhaltende Viruslast im Körper, lässt sich nicht mit Medikamenten behandeln und Antikörper bildet mein Körper auch nicht; um mal im Jargon des aktuellen Zeitgeistes zu reden.

Bushfeeling, der Duft von Savanne, Wildnis und Abenteuer, Lagerfeuer und die Geräuschen der afrikanischen Nacht sorgen für eine hochansteckende Infektion.

Bei den vielen Reisen der vergangenen Jahre nach Namibia und Südafrika habe ich eine neue Passion für mich entdeckt- die Wildflifefotografie.

Die Tiere sind kaum exotischer, wilder, schöner, anmutiger, gefährlicher und zugleich lieblicher als hier. Nachdem ich erleben durfte, wie ein Gepard ein Impala jagte, mich eine Herde Nashörner in ihrer Mitte weilen ließ, Elefanten auf Tuchfühlung in aller Ruhe neben mir standen und ich das tiefe Grummeln der Tiere in meinem Körper spürte war mir klar, das will ich konservieren, eben mit dem Mittel, mit dem ich umgehen kann; meiner Kamera. Ich mag es diese Tiere mit ihrer Anmut, ihrem Wesen in einem Porträt darzustellen. Dazu kam die Gewissheit, dass mir Zoos seit langer Zeit schon suspekt waren und ich die Traurigkeit in den Augen einiger Tiere dort nicht ansehen mag. Über den Sinn von Zoos lässt sich trefflich streiten. Ich meide sie seit langem.

Eswatini White Rhino
Eswatini White Rhino © Raik Krotofil

Ich atme die Landschaftsfotografie und bewege mich in ihr blind mit Routine. Für erfolgreiche Tierfotos musste ich einiges lernen. Dazu zählen Geduld, Geduld, Timing, Glück und Zeit. Mit Hektik und Zeitdruck entstehen keine besonderen Bilder. Eben nur das Abgrasen von Tieren, was eben viele nichtfotografierenden Afrikatouristen auf ihrer Safari machen, macht mir keine Freude. Big five auf Karten abhaken und weiterspurten, nein, das ist nichts für mich. Meine, durch die Gegebenheiten der Pandemie verstümmelte Seele, blüht auf wie eine Wüstenrose beim ersten Regen. Nämlich dann, wenn ich im Auto über die Pisten im Kriechgang tuckere, neben mir eine Thermotasse mit warmem Rooibostee und staubtrockenen Rusks sowie dem starren Blick ins Buschland, um es nach Tieren abzusuchen.

EIN TRAUM KANN IN ERFÜLLUNG GEHEN

Wildhunde zu sehen ist ein Lebenstraum von mir. Im vierten Anlauf gelang mir dann die Sichtung. Anfänglich in der Morgendämmerung, zog ein Rudel, wie an der Perlenschnur aufgefädelt, durch ein weit entferntes Flussbett in einem Tal. Da war ich schon glücklich! Nach einer Stunde Suchens dieses Rudels, ich war bereits auf dem Rückweg ins Camp und die Sonne stand schon weit über dem Horizont, sah ich an einer Hauptverkehrsroute mehrere Fahrzeuge stehen. Ein kurzer Plausch und es war klar, Wildhunde sind hier unterwegs. Ich suchte den Busch entlang der Straße ab und wie hektische Geister huschten die Tiere plötzlich durch die Mopanebüsche. So schnell kann man fast nicht reagieren. Die Tiere sind immer in Bewegung, rotieren und laufen. Die Mischung aus Fahren, antizipieren und gleichzeitigem Fotografieren macht echt Arbeit und ist stressig. Eine hohe Trefferquote hatte ich nicht. Dazu kam dann meine Schussligkeit, denn ich hatte die Kameraeinstellungen nicht wie üblich bei diesen Reisen auf Av eingestellt, sondern war noch im manuellen Modus mit den Belichtungsinformationen einer Flusslandschaft zuvor. Am Ende konnte ich die unterbelichteten Fotos ganz gut entwickeln und habe zwei, drei gute Fotos. Das reicht mir, denn eines davon ist seither mein Bildschirmhintergrund am MacBook und die Sichtung dieser Tiere ist tief in meinem Herzen gespeichert.

Wilddogs Kruger NP
Wilddogs Kruger © Raik Krotofil

WIE BEWEGE ICH MICH FOTOGRAFISCH IN NATIONALPARKS

In Namibia, Eswatini und Südafrika existieren neben den großen staatlichen Nationalparks wie Krüger NP oder Etosha NP weitere private Gameranches, Gamereservate, Conservations und Schutzgebiete. Alle haben gemeinsam, dass Aussteigen außerhalb der Camps nicht erlaubt ist. Dies dient dem Schutz der Tiere und dem Schutz der Besucher, auch vor sich selbst. Oft liegen Löwen im kniehohen Gras direkt neben der Teerstraße und sind kaum sichtbar. Dieser Umstand führt eben dazu, dass man das Motiv nehmen muss, wie es sich uns zeigt. Die Natur ist nun mal einzigartig. Diese Begegnungen mit Tieren sind einmalig. Die Anordnung einer Elefantenguppe lässt sich nun mal nicht wie Legosteine einfach verschieben. Den Standpunkt verändern geht nur durch das Vor- oder Zurückfahren des Autos, ja ökologisch ist das nicht. 

Für die Gamedrives bleiben nun zwei Möglichkeiten, dem Selfdrive oder dem gebuchten Gamedrive mit einem Fahrer und entsprechendem Fahrzeug. Beides hat seine Vor- und Nachteile.

SELFDRIVE

Vorteile:

Du kannst anhalten, wann und wo Du willst für so lange wie Du willst. Du hast keine anderen Besucher mit im Auto. Nimmst Du einen kleinen Mietwagen, dann ist Deine Sitzposition schön niedrig. Das führt dazu, dass Du den Großteil der Tiere fotografisch auf Augenhöhe begegnest. Du fotografierst nicht von oben herab, was man den Bildern oft ansieht.

Nachteile:

Dir fehlt das Wissen um die Tiere, ihr Verhalten, Infos zum Alter, zum Geschlecht. Spuren lesen ist schwer. Man kann alles lernen, das dauert aber. Gerade die Körpersprache von Elefanten muss man sich aneignen und es braucht sehr viel Erfahrung, diese auch deuten zu können.

Namibia Etosha NP
Namibia Etosha – Sunset Seldfrive © Raik Krotofil

GAMEDRIVE

Vorteile:

Du wirst gefahren, hast einen ausgebildeten Fieldguide der Spuren lesen und deuten kann. Er erzählt Dir viel über die Tiere, den Busch und er sieht eben das Wild besser als wir Laien.

Nachteile:

Die Fahrzeuge sind oft hoch, wenn Du Pech hast und mehrere Gäste mit im Fahrzeug sitzen und Du die hinterste Reihe erwischst, wir es schwer, freie Sicht zum Fotografieren zu haben. Du kannst nur wenig auf die Position des Fahrzeugs zu den Tieren ändern, wenn Büsche direkt vor dem Tier sind, hast Du eben Pech. Die Mitreisenden können lärmen, sich eben nicht angemessen verhalten und das Tier aufschrecken. 

Cheetah Namibia
Cheetah Namibia – Guided Gamedrive © Raik Krotofil

AUSRÜSTUNG

Starke Telebrennweiten mitzunehmen ist selbstredend. Für das Kleinbild können das 70-200mm f.2.8 sein, um nahe Tiere besser abbilden zu können. Doch das wird bei weitem nicht reichen. Für meinen Fall bin ich sehr gut gefahren, mit einem Pentax HD-FA f.4.5-5.6 150-450mm. Ein 2-fach Telekonverter wird Dir ebenfalls helfen, weit entfernte Tiere formatfüllend fotografieren zu können. Alternativ sind viele Brennweitenkombinationen als Telezooms verfügbar, oder eben für den Puristen die schweren und hochauflösenden Festbrennweiten.

Ein Bohnensack in Hosenform war meine beste Investition für meine Afrikareisen. Dieser kann auf die Autotüre gelegt werden und ist die beste Auflage für die schweren Kamera-Objektivkombination um verwacklungsfrei, auch bei wenig Licht noch mit akzeptablen Verschlusszeiten arbeiten zu können.

Für Spiegelreflexkameras empfehle ich 3 Reserveakkus, für spiegllose Systeme 4-5 Reserveakkus mitzunehmen. Für die Erkundung der Landschaft und von versteckten Tieren ist ein Fernglas unerlässlich. Für die Datensicherung solltest Du ein Notebook und oder SSD-Speicher auf Deine Reise mitnehmen.

ERLEBNISSE FÜR HERZ UND SEELE

Am Ende ist eine solche Reise ein Erlebnis, sie ist Seelenfutter. Egal ob dabei Poster entstehen. Die Freude, mit der Kamera auf Pirsch zu gehen und sich über jede Sichtung zu freuen, sie wertzuschätzen und vor allem zu genießen, ist das wahre Glück jedes Naturliebhabers.

So endet einer meiner typischen Tage im Krüger Nationalpark wie folgt:

Ich sitze auf der Holzveranda des Zeltes. Mein Blick verliert sich im Sternenhimmel. Rechts neben mir glimmt die Akazienglut vom Grillfeuer, links dimmt die LED-Tischlampe im letzten Strom der Akkus zu Ende. Glühwürmchen tanzen durch den stockdunklen Busch.

Eine Hyäne ruft in die Nacht und wenige Minuten später trötet ein Elefant. Die Berge werfen den Schall seines Rufes in das Konzert der Zykaden zurück.  Gute Nacht Afrika.

Wenn Du Wildlife und Bushfeeling einmal erleben willst, dann kannst Du das auf einer unserer Namibia Fotoreisen. Wenn Du eine individuelle Tour nach Südafrika zur reinen Wildlife- und Tierfotografie erleben möchtest, können wir Dir eine Fotografenreise schnüren oder Dich eben nur als Fotoguide begleiten. Schreib uns bei Interesse einfach einfach eine Mail.

Zum schmökern in meinen Fotos aus dem südlichen Afrika findet Ihr eine Soundfile mit Originalaufnahmen aus dem Krüger Nationalpark:

MAGIC SOUNDS OF KRUGER NATIONAL PARK | SOUTH AFRICA

Ein Text aus dem Herzen von Raik

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1 Kommentar Schreibe einen Kommentar

  1. Hallo Raik, genau diese Erlebnisse haben wir auch in Namibia gemacht. Ich denke, wer einmal die Tierwelt dort life erlebt hat, wird das nie vergessen und oft süchtig danach.
    Ja, Selbstfahrer oder Gamedrive? Genau wie du sagst hat beides Vor- und Nachteile. Ich denke, dass es zuerst von Vorteil ist, Gamedrives auf privaten Farmen mitzumachen, in grossen Reservaten ist dann aber auch Selfdrive oft besser.
    Das 150-450mm habe ich auch, manchmal war es mir aber noch zu kurz, einen Telekonverter hatte ich nicht dabei. Deshalb ist manchmal eine Cropkamera von Vorteil..
    Viel Spass und Erfolg bei weiteren Reisen!

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