Suche
  • Fotoreisen | Workshops
  • info@phototours4u.com
Suche Menü

Der Kamerarucksack – Beschützer und Wegbegleiter

Der Kamerarucksack – Beschützer und Wegbegleiter

Wenn wir unsere umfassende Ausrüstung in der Landschaft bequem transportieren möchten, gibt es dafür eigentlich nur eine Aufbewahrungsmöglichkeit, nämlich ein vernünftiger Kamerarucksack.

Deren Sorten, Arten, Größen und Marken gibt es viele am Markt. Ich möchte in diesem Beitrag auf meine Erfahrungen zurückgreifen und Euch mit auf den Weg geben, was mir dabei wichtig ist.

Mit der Größe meiner Ausrüstung wuchsen auch die Rucksäcke mit. Wo mein Zeug Anfangs noch Platz in einem Lowepro Flipside 300 fand, quoll dieser nach dem Kauf des einen oder anderen Objektives über. Irgendwann wurde es dann der nächst größere Rucksack, der Flipside 400.

Ein Rucksack ist, und das stimmt wirklich, ein Verschleiß Artikel. Wer wie wir oft unterwegs ist, der legt den Rucksack immer wieder ab, zieht ihn auf und beansprucht die Reißverschlüsse.

Gute Kamerarucksäcke kosten Geld! Warum soll ich denn meine Ausrüstung im vierstelligen Eurobereich ich eine billige Tasche packen?
Wir hegen unsere Bodys, wir pflegen die Filter und Objektive, wir versichern die Ausrüstung, wobei das ein anderes Thema ist und ich das nur jedem dringend ans Herz legen möchte. Dann soll alles aber auch bitte stoßfest und einigermaßen Wasserdicht verpackt sein.

Ich empfand anfangs die Lowepro Rucksäcke als gut verarbeitet und auch haltbar. Nach einiger Zeit jedoch, wetzte sich der Stoff der vorderen Tasche vom ständigen Ablegen auf Sand, Steinen und sonst wo noch ab. Ein Reißverschluss versagte den Dienst. Wie erwähnt, es ist Verschleiß und keine Frage der Qualität gewesen. Vom Tragekomfort her war ich mit den Flipside Rucksäcken zufrieden. Mit gefiel auch die Möglichkeit, mit umgelegtem Hüftriemen den Rucksack vor den Körper zu holen und gerade beim Einsatz im Wasser, alles griffbereit zu haben. Doch irgendwann werden Rucksäcke zu schwer, und es ist nicht mehr so leicht zu handeln.

Nachdem nun der letzte Flipside verschlissen war, schaute ich mich nach einem neuen Rucksack um. Nach der Recherche im Netz und dem Lesen einiger Blogbeiträge bin ich dann bei der Marke F-Stop hängen geblieben.

Ich entschied mich für den F-Stop Tilopa. Den Rucksack haben nur wenige Händler in Deutschland im Sortiment.
Bei Rucksäcken dieser Marke muss man wissen, dass zum Rucksack als solchem noch die Innentasche für die Kameraausrüstung, dem sogenannten ICU, gekauft werden muss. Diese ist in unterschiedlichen Größen lieferbar. Durch den Einsatz dieser ICU wir die Größe des verbleibenden Innenraumes für sonstiges Staumaterial bestimmt.

F-Stop Tilopa oberes Fach - der restliche Stauraum über der ICU

F-Stop Tilopa oberes Fach – der restliche Stauraum über der ICU

Im konkreten Fall habe ich das ICU Pro Large verbaut. Damit verbleibt beim Öffnen der oberen Tasche der Platz für maximal eine Jacke. Alternativ habe ich oft darin ein paar Kopfhörer, meinen Filterhalter und eine Brotbox verstaut.
Ein unschätzbarer Vorteil dieser ICU ist nämlich, dass bei Flugreisen mit pedantischen Airlines diese Innentasche mit etwas Aufwand herausgenommen und als Handgepäck verwendet werden kann. Der Rucksack geht dann ganz normal mit dem großen Gepäck zum Check in, die Kamera und Objektive habe ich bei mir.

Im ICU haben meine folgende Sachen Platz:

F-Stop Tilopa mit Lage ICU

F-Stop Tilopa mit Large ICU

Was mich an dem Rucksack begeistert, ist die Menge an Taschen, die noch etwas zusätzlichen Platz, etwa für Fernauslöser, Taschenlampe, Putztücher, Nodalpunktschiene, Graukarte, Farbfolien, Visitenkarten, Akkus, Speicherkarten, einem Stift usw. bieten. Für größerer Reisen schätze ich auch die Notebook Tasche. Wobei die schon sehr knapp bemessen ist und ich dort gerade so mein 15″ MacBook ohne eine Tasche rein bekomme, es reicht aber.

Nach etwa eineinhalb Jahren Einsatz diesen Hüters des heiligen Grals kann ich berichten, dass sich Verschleiß kaum zeigt. Die mit einem extra Gummi von außen geschützten Reißverschlüsse laufen immer noch perfekt. Der Materialabrieb an der Vorderseite, auf der dieser Rucksack ja immer liegt, hält sich in Grenzen. Und der Rucksack wird von mir wirklich nicht geschont. Auch so manchen Regenschauer, so einige Spritzer Salzwasser haben ihm nicht zugesetzt. Das Material lässt sich gut abbürsten und dann sieht der Gute wieder wie neu aus.

Der Gute hat schon viel von der Welt gesehen. Er lag auf vielen Sandsteinfelsen im Pfälzerwald und neben den Wasserfällen im Nordschwarzwald. Er lag an der Ligurischen Küste auf warmen Felsen, er fror an den Stränden der Norwegischen Lofoten und im eisigen Oberstdorf an Neujahr. In Sri Lanka war im heiß und auch auf den Malediven konnte er ausspannen. Am Lago Maggiore verbrachte er einige Märztage und in der Verzascaschlucht lag er auf dem Gestein. Auf Teneriffa lag er im Lavagestein des Teide unter der Milchstrasse, die Küstenorte der Französischen Normandie fand er auch ganz spannend. Wie bereits erwähnt, er wird beansprucht!

F-Stop Tilopa in La Gomera

F-Stop Tilopa in La Gomera

Der Tragekomfort geht für mich in Ordnung. Der Hüftgurt und die Brustschnalle fangen einiges an Gewicht ab. Aber spätestens nach 1 Stunde mit den 13 Kilo auf dem Rücken zerrt er an meiner Nackenmuskulatur.

Im Prinzip bin ich ein Stativträger, will heißen, ich habe das Stativ nicht am Rucksack befestigt sondern trage es gerne in der Hand. Natürlich gibt es aber auch Touren, die länger dauern. Der Aufstieg zu dem Vulkan Stromboli zum Beispiel dauert runde 2 Stunden. Dann befestige ich das Stativ auch am Rucksack, was bei dem Tilopa auf der Vorderseite gut funktioniert. Der Riemen und die kleine Tasche für die Stativfüße sind dafür gut geeignet. Nun ist mein Gitzo Stativ samt Kugelkopf etwas lang und kopflastig, der F-Stop hält es aber souverän.

Wo Licht ist, ist auch Schatten.

Ich empfinde es als Manko, dass der Tilopa nicht wie viele andere Rucksäcke von F-Stop, eine kleine Netztasche an der Seite zur besseren Aufbewahrung von Getränkeflaschen besitzt. Die Zugriemen halten volle Wasserflaschen ganz gut, doch sobald sich diese leeren, fällt öfters mal eine Flasche beim Laufen heraus. Mich stört zudem, dass die Konstruktion und das Beladekonzept es nicht ermöglichen, dass der Rucksack auf der Unterseite stehen bleibt, nein, er fällt immer nach vorne um. Ich würde es begrüßen, wenn die verstärkte Gummischicht auf der Vorderseite größer wäre, das würde die Problematik bei nassen Untergründen wie Gras oder Sand verbessern und die Lebensdauer des Textilgewebes verlängern.

F-Stop Tilopa und eine Wasserfalsche

F-Stop Tilopa und eine Wasserfalsche – die Befestigungsmöglichkeit ist nicht optimal

Auf was sollt Ihr nun beim Kauf eines Kamerarucksacks achten?

Schaut, dass er gut sitzt. Ich persönlich kann mir Rucksäcke mit nur einem diagonalen Tragriemen nicht bequem vorstellen.

Kauft ihn eine Nummer größer!! Im Laufe der Zeit kommt noch das eine oder andere schwere Glas dazu, einige Filter häufen sich an.

Eine gute Tasche für den Transport von Getränkeflaschen sollte nicht fehlen.

Eine Regenhaube sollte dabei sein, ist bei F-Stop ein extra Zubehörposten.

Die Befestigung des Stativs finde ich an Vorderseite besser als an der Seite.

Der Zugang zur Kameraausrüstung sollte nicht von Dritten beim Tragen möglich sein!! Von daher sollte das Hauptfach immer zu Eurem Rücken zeigen.

Die Möglichkeit, an dem Rucksack mittels Riemen oder Karabinern weitere Taschen, Isomatte, Schlafsack etc. zu befestigen erachte ich als wichtig, das geht beim F-Stop ganz gut.

Um die Feuchtigkeit, welche durch nasse Ausrüstung etwa am Meer oder bei Regen entsteht, zu minimieren, eignen sich kleine Tütchen mit Silicalgel bestens. Diese in einen Damenstrumpf eingepackt, und Ihr habt im Falle eines Platzens eines solchen Tütchens keine Sauerei im Rucksack.

Ein guter Rucksack wird Euch lange Freude machen, Euer Equipment schützen, Euren Rücken entlasten und mit Euch zusammen die Welt bereisen.

Wir sehen uns,

Liebe Grüße

Raik